Reisebericht aus Bilbao am 28. März

Die Uhren wurden ja schon in der Nacht auf Sonntag umgestellt. Alle Termine, Proben, Konzerte bisher fristgerecht absolviert. Aber am Dienstagmorgen um 5.15 Uhr schlägt die Sommerzeit in gewohnter Härte zurück. Beim Zurückstellen der Küchenuhr unterlief der Fehler, diese nicht wie gewohnt 3 Minuten vorgehen zu lassen, sondern genau einzustellen, mit der Folge, die Haustür am Dienstagmorgen in routinierter Sicherheit zu verlassen und dann die Straßenbahn (die erste am Tag) um 5.18 Uhr 20 Meter vor ihrem Erreichen davonfahren zu sehen.


Was nun? Na ja, wir mögens ja sportlich, also mit Rucksack und Koffer aufs Fahrrad – belebt den Kreislauf.
Am Bahnhof Freiburg eingetroffen, wird es aber dann doch ruhiger. Einsteigen, Fahrt bis Karlsruhe, schlafen, Umsteigen nach Stuttgart, schlafen, Umsteigen in die S-Bahn Stuttgart Flughafen, der erste Kaffee, einchecken, fliegen, Alpen von oben bewundern und bei Anflug auf Bilbao schon einmal ein Blick auf die Strände, denen einige von uns am Nachmittag einen Besuch abstatten werden.


Wer früh fliegt, hat mehr vom Tag. Eigentlich todmüde begebe ich mich in Begleitung von Åsa und Aglaya, auf dieser Reise als unsere Bratschistin mit von der Partie,  Richtung Sopelana. Das liegt am Atlantik und ist mit der Metro vom Zentrum Bilbao aus in einer guten halben Stunde zu erreichen. Der Wellenbericht klingt nicht schlecht, zwar kleine Wellen, aber regelmäßig und Wind vom Land. Mein 2-3er Neo O´Neal steckt im Rucksack. Wir treffen gegen 15 Uhr an der Küste ein. Milde Temperaturen (Wasser allerdings 13 Grad), wunderbares Wetter, saubere Wellen. Surfen, Sonnenuntergang.


Am darauffolgenden Tag liegt der Fokus wieder auf der Mission „erfolgreiches Konzert“. Generalprobe um 10 Uhr. Zum dritten Mal nun sind wir zu Gast bei der Reihe "Ciclo de Conciertos de Música Contemporánea"  der Fondación BBVA, der Kulturstiftung der großen spanischen Bank, die der Komponist Gabriel Erkoreka kuratiert. Wir kennen den Konzertort also schon. Klingt gut, Flügel exzellent, was will man mehr? Gabriel Erkoreka, dessen Stück Ametsak wir im Programm haben, ist zugegen und sehr zufrieden mit unserer Interpretation. Allein das Ganztonglissando über die schwarzen Tasten des Klaviers nach etwa 2/3 des Stücks (für mich eine Schlüsselstelle) sollte nicht zu präsent sein. Habe den Schlüssel wohl etwas zu prominent ausgestellt.


Das Konzert am Abend ist rappelvoll. Auf dem Programm stehen Werke von eben Erkoreka, Rio-Pareja, Vitoria, Czernowin, Zuraj und Staud.
Begeisterter Applaus.
Und zum Abschluss dann wie in den Jahren zuvor Pintxos mit Gabriel und José Rio-Pareja (aus Barcelona zum Konzert angereist) in einer Bar auf der Plaza Nueva am Rande der Altstadt.

Fotos: Klaus Steffes-Holländer