„I AM HAPPY, ABER GLÜCKLICH BIN ICH NICHT.“

So beschrieb die österreichischen Schauspielerin Grete Werbezirk ihre Situation und die der Emigranten, die in den 30er und 40er Jahren in die USA gingen. Pacific Palisades, Bel Air, Hollywood und Palm Springs sind die klingenden Namen jener Orte, an denen sich Komponisten, Musiker, Schriftsteller niederließen, in ihren Gedanken alles andere als frei, gebunden an die Geschichte jener europäischen Länder, die sie verließen – in einer Schmalspurversion hinübergerettet in die Salons einzelner Familien, Mann, Schönberg, Werfel. Sie bewegten sich als „Vertriebene im Paradies“ (so der Titel einer Mitte der 90er Jahre durch Europa wandernden Ausstellung zum Thema).

In den Texten von Thomas, Erika und Klaus Mann, Brecht, Eisler und Schönberg findet man viel: die Sehnsucht nach einer alten Welt und gleichermaßen die anstrengende Auseinandersetzung mit der neuen Wirklichkeit. Hört man das auch in der Musik? Korngold setzte seine Trauer in Noten, Krenek und Eisler waren pragmatisch, Hoffmann so jung, daß das suchende Element ohnehin das bestimmende war. Adorno fühlte sich in Thomas Manns „Dr. Faustus“ erwischt. Und Schönberg? Wartete ab ...

Peter Rosen zeichnet in seinem mehrfach prämierten Film diese von Thomas Mann so genannte „Lufthülle biographischer Stimmung“ nach.

Unser Doppelpack des Monats:

Rosen: Shadows in Paradise / DVD (EuroArts)
Adorno & Schnabel: Chamber music (Beth Hatefutsoth & Deutschlandradio Kultur)

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