RÜCKBLICK AUF DIE ZUKUNFT

Pauset und Re-naissance

„Ich könnte fast sagen, dass ich selbst der Autor einer Fälschung werden wollte ...“. Mit dieser doch ungewöhnlichen Feststellung beschreibt Pauset seine Arbeit an der Fantasie „Ljusare“ , die durchaus eine eigene musikalische Erfindung ist. Und sich damit von den anderen Stücken auf der CD absetzt: deren Ausgangsmaterial war vorgegeben, darunter die Bachschen Goldberg-Variationen. Strenge Methodik und freie Interpretation treffen Jahrhunderte später in der Frage der (adäquaten) Notation und unserer Lese-Bereitschaft zusammen. Wie weit dies von einer „Bearbeitung“ entfernt ist, zeigt ein von Pauset entworfener Untertitel: „Goldberg-Ausbreitungen“.

 

Transkriptionen ins Heute sind auf der zweiten CD versammelt: Harrison Birtwistle und Peter Maxwell Davies nennen sich „nur“ Koautor zu Johannes Ockeghem, David Peebles u.a. Kröll nennt Tallis im Untertitel, Karl-Heinz Essl schreibt „nach“ John Dunstable und ausgerechnet Charles Wuorinen mit der größten geographischen Distanz zum frühen Europa nennt im Titel das hier so sorgsam vermiedene „Bearbeitungen“. Michael Struck-Schloen schreibt im booklet zur CD: „Ein Komponistendasein ohne das wache Bewusstsein für die musikalische Vergangenheit ist sicher so undenkbar wie ein Schriftsteller, dem Goethe oder Joyce gleichgültig sind.“

Wieder gibt es ein herbstliches Doppelpack für nur 15 €, das Sie direkt bei uns bestellen können:

Brice Pauset: Préludes
Re-naissance Transcriptions